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Was sind Kombinationsklassen?

In Kombinationsklassen werden zwei Klassen gemeinsam unterricht.

In der Grundschule an den Rheinwiesen besuchen derzeit 12 Kinder die Klasse 1 und 2 und 16 Kinder die Klasse 3 und 4. Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Unterrichtsformen:

Abteilungsunterricht: 

Die Schüler einer Klasse werden nach Jahrgängen getrennt, von einem Lehrer gleichzeitig betreut. Der Lehrer unterrichtet abwechselnd einen Schuljahrgang (Abteilung) direkt, während zur selben Zeit die nicht unmittelbar unterrichteten Schüler des anderen Schuljahrgangs selbstständig (still) arbeiten. Jede Abteilung behandelt ein unterschiedliches Thema. Zwischen den Jahrgangsgruppen gibt es so etwas wie „unsichtbare Wände“. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder.

Jahrgangsübergreifender Unterricht:

 

Schüler mehrerer Schuljahrgänge werden gemeinsam zu demselben Thema unterrichtet, auf unterschiedlichem Ausbildungsniveau.

Es gibt drei Varianten:

„Leistungshomogenität“: 

Gruppen von Kindern werden gebildet, die bezüglich ihres Leistungsvermögens einigermaßen gleich sind; solche Gruppen setzen sich aus Kindern verschiedener Jahrgänge zusammen. Sie sind nicht starr, haben aber durchaus eine gewisse Stabilität. Leistungshomogene Gruppen kann es schulfachbezogen aber auch schulfachübergreifend geben. Der Lehrer arbeitet abwechselnd ausschließlich mit einer Gruppe, während die anderen Stillarbeit erledigen. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Einteilung nach Leistungsgruppen.

„Gewollte Heterogenität“: 

Möglichst oft arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Leistungsfähigkeit zusammen. Sie sollen viel voneinander lernen. Während der Lehrer sich einer Gruppe zuwendet, arbeiten die anderen gemeinsam an Aufgaben bzw. Themen. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Einteilung nach altersgemischten Gruppen, die ihr Lernen so weit wie möglich „in die eigene Hand nehmen“ sollen.

„Betonte Individualisierung“: 

Der Lehrer versucht, jedes Kind auf seinen eigenen, individuellen Lernweg zu schicken, mit ihm einen Lernplan zu entwickeln, der für es „passt“. Es kommt vor, dass mehrere Kinder dieselben Aufgaben bearbeiten, auch zur selben Zeit. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Arbeit nach individuellen Plänen für jedes Kind.

Welche Vorteile bringen Kombinationsklassen mit sich?

  • Stärkere Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung
  • Gegenseitiges Helfen: Starke helfen Schwachen, Große helfen Kleinen, Jüngere lernen von älteren Schülern (oder auch mal umgekehrt!)
  • Ältere Schüler profitieren vom Helfen, da sie einen Zusammenhang oft erst richtig verstehen oder zumindest vertiefen, wenn sie ihn erklären müssen.
  • Erweitertes Spektrum der Beziehungsmöglichkeiten.
  • Stabile Klassengemeinschaft, Erstklässer werden in eine bestehende Klassengemeinschaft mit bestehenden Regeln und Ritualen integriert und müssen Sozialstrukturen nicht neu aufbauen.
  • Das Lernen ist nach oben hin offen. Schnelle Lerner können mit älteren Kindern zusammenarbeiten.
  • Kinder mit Lernschwächen können ohne Frustration mit Schülern niedrigerer Klassenstufen arbeiten, auch nur in einzelnen Fächern. Ein Verbleib in der Klassenstufe für ein weiteres Jahr oder ein Nichtversetzen ist dann nicht erforderlich (soziale Sicherheit), nur dann, wenn am Ende der Grundschul-Zeit die Ziele der Grundschule nicht erreicht wurden.
  • Kinder bleiben in einer natürlichen sozialen, familienähnlichen Gemeinschaft. Außerhalb der Schule gibt es nur selten Gemeinschaften in denen alle im gleichem Lebensalter sind.